Tag Archives: Greifswald

15. Oktober – weltweit und auf dem Greifswalder Markt

13 Okt


Echte Demokratie jetzt!

Kommt am 15. Oktober von 15.00 – 18 Uhr auf den Greifswalder Marktplatz !

Empört Euch!

Der Empörten-Virus (nd)

Flyer für HGW

Andrea Ypsilanti in Greifswald

14 Jun

Chancen für eine solidarische Moderne – Wege zu einem sozialen und ökologischen Neuanfang

Die „Solidarische Uni Greifswald“  hat Andrea Ypsilanti eingeladen.

    „Andrea Ypsilanti wird am Mittwoch, dem 15. Juni 2011, um 16 Uhr im Roten Salon der Brasserie Hermann über einen ökologischen und sozialen Neuanfang sprechen und mit dem Publikum über Politik, die an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger orientiert ist, diskutieren. Ferner wird sie das „Institut solidarische Moderne“ vorstellen.“

Douglas Fernando in Graz und eine Pressemitteilung

10 Mai

PRESSEMITTEILUNG  DER  KPÖ-GRAZ

  Dienstag, 10. Mai 2011

 

Reininghaus: Stadt darf sich nicht unter Druck setzen lassen

 

„Die Stadt darf sich vom Privatunternehmer Douglas Fernando nicht unter Druck setzen lassen. Der Rahmenplan Entwicklung Reininghaus ist daher nicht verhandelbar.“ Das sagte Manfred Eber, Planungssprecher der Grazer KPÖ, am Dienstag zu Meldungen, wonach dieser „katholische Unternehmer“ die Reininghausgründe von der Unternehmung Asset One unter anderem nur dann kaufen werde, wenn die Stadt Graz bestimmte Umwidmungen garantiere.

 Gemeinderat Eber: „Der im Februar 2010 einstimmig beschlossene Rahmenplan Stadtentwicklung Reininghaus gibt der Stadt die Handhabe dafür, ihre Interessen auch einzubringen und durchzusetzen. In diesem Rahmenplan ist auch die Forderung nach kommunalem Wohnbau auf diesem Areal enthalten. Es ist kein Zufall, dass der Komplex Reininghaus aus der Diskussion um das neue Stadtentwicklungskonzept ausgeklammert wurde.“ 

In einer Anfrage an Bürgermeister Nagl soll nun geklärt werden, ob seitens der ÖVP daran gedacht wird, den Rahmenplan Reininghaus durch Umwidmungsgarantien zu relativieren.

 Nach Auffassung der Grazer KPÖ legt Herr Douglas Fernando jetzt in Graz ganz ähnliche Verhaltensweisen  wie bei Petruswerk-Projekten in Greifswald oder Berlin an den Tag.

 Rückfragehinweis: 0699/12184201 

siehe auch hier: Petruswerk

Gorkis Nachtasyl am Theater Vorpommern – oder die gestohlene Seele

13 Mrz

Die andere Kritik (3)

„Das Ergebnis muss die Seele berühren!“ Kevin Haigen

Die Premiere fand in Greifswald vor ausverkauftem Haus statt. Am Ende langanhaltender, wohlverdienter Applaus für die Schauspieler.

Dennoch, ein wenig fassbares Unbehagen war da geblieben, ein Rest, der nicht aufging. Hatte das, was ich gesehen hatte, noch etwas mit jenem Stück zu tun, mit dem Maxim Gorki Triumphe gefeiert, das unter Stanislawski das Moskauer Publikum erobert und mit dem Max Reinhard über fünfhundertmal sein Haus gefüllt hatte? Gewiss nicht! Ein Blick in die Bühnenfassung, man hatte die von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens gewählt, half mir, mich den Ursachen meiner zwiespältigen Gefühlslage begrifflich zu nähern.

Die Fassung ist offensichtlich der Absicht geschuldet, Gorki für uns heute spielbar zu machen.

Sollten wir, das Publikum, denn nicht mehr in der Lage sein, Botschaften aus den Tiefen der „Nachtasyle“ jener Zeit empathisch wahrzunehmen?Gibt es doch, spätestens auf den zweiten Blick, beklemmende Parallelen wie die Etablierung eines neuen sozialen Elends und neuer Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. Ein neues Prekariat unverschuldet  überflüssiger Menschen muss sich wieder in „Asylen“ einrichten, um zu überleben!

Gosch und Wiens verhalten sich zu dieser Frage skeptisch. Sie haben für ihre Bearbeitung ästhetische Schlussfolgerungen mit gravierenden Folgen für den Gorki’schen Text gezogen: Mit dem Ausmerzen des angeblich nicht mehr zu vermittelnden „sozialromantischen“ Zeitkolorits, wurden die Dialoge zugleich auch ihrer Seele — ihrer „russischen Seele“ beraubt.

Philosophische Dispute über Gott und Welt, über Wahrheit, Würde, und Werte, über Arbeit und Ausbeutung, über Hoffnungen und Träume, über Sehnsüchte und Liebe – all das, was Gorki zur Charakterisierung des handelnden Personals beibrachte, wurde gekürzt oder ganz gestrichen.

Was an Dialogen übrigblieb, lässt keinen Raum mehr für dialektische Momente lebendigen Lebens, für Ironie, Hintersinn und Andeutungen, für Vermutungen und ungeklärte Fragen. Aber genau davon zehren auch auf der Bühne Echtheit und Vielfalt menschlicher Beziehungen. Wo all dies abhandenkommt, werden auch Verhängnis und Tragik geopfert, ohne die es kein Mitgefühl geben kann, weder im Publikum noch auf der Bühne!

Worauf will die Inszenierung hinaus, wenn „den Armen noch ihr letzter Besitz: die Sprache“, geraubt wird, wie Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier anlässlich Goschs Hamburger Nachtasyl-Inszenierung feststellt?

Aber damit nicht genug. Gosch und Wiens entfernen die sie konzeptionell störenden zeitlichen und räumlichen Orientierungspunkte und überlassen ihre Protagonisten einem von strukturierender Zeit unberührten Nirgendwo .

Alexej Parylas Bühnenausstattung ist in Anbetracht der Textvorlage nur konsequent. Er beseitigt alles, was im Räumlichen ein „Asyl“ auch nur erahnen lassen könnte, und verkehrt mit Hilfe einer gitterartigen Bodenschräge, zu der empor klimmen muss, wer unten ankommen soll, den letztmöglichen sinnlichen Bezug zu einem handlungsrelevanten „Unten und Oben“. Die von Katja Paryla auf die Bühne gestellten Figuren können so nur noch deplaciert wirken — und das überall.

Die Inszenierung muss ständig mit den unlösbaren Widersprüchen ihrer Konzeption kämpfen: Sie will einen allgemeinen, mithin abstrakten und symbolisch verkürzten Begriff des Unbehausten auf die Bühne bringen, der mit menschlicher Existenz wesentlich unvereinbar ist. Und dann will sie genau dort Menschen leben und sterben und die Geschichte ihres Elends erzählen lassen. Das kann unter diesen Umständen nicht überzeugend geleistet werden. Der Inszenierung gelingt nicht, zu ersetzen, was sie Gorki geraubt hat. Die Sprache, die zu sprechen sie verordnet hat, ist falsch und kann keine glaubhaften Beziehungen stiften. Alles bleibt dergestalt von einer widerständigen emotionalen Kälte durchdrungen – bis zum erlösenden Schlussapplaus.

Fazit: Es scheint sich einmal mehr zu bestätigen, dass zeitgemäße Authentizität nicht durch derart gewollte Verstümmelung vermeintlich „veralteter“ Texte zu gewinnen ist.

Auch heutiges Elend hat seine Sprache, die uns berühren, erschüttern und zu Anteilnahme und Solidarität herausfordern kann. Diese Sprache zu finden und auf die Bühne zu bringen, war augenscheinlich nicht das Anliegen dieser Inszenierung.

Helmut Maletzke – Pressetext

26 Okt

Herr Maletzke hat mir seinen Pressetext als Antwort/Kommentar zu

„Maletzke –Gedanken zu einem Interview“ zur Veröffentlichung auf diesem Blog zugesandt:

Pressemitteilung

Zu meinen MfS-Kontakten möchte ich Folgendes erklären:

Ich weiß, dass meine IM-Tätigkeit in jeder Hinsicht, nicht nur wegen ihrer langen Dauer, ein großer Fehler war. Unabhängig davon kann ich mich selbst erst nach Einsicht in die Akten zum Ausmaß und zur Bedeutung dieser Tätigkeit äußern.

Ich habe mich vor fünfzig Jahren leichtfertig auf Kontakte mit Vertretern des MfS eingelassen. Sie gaben vor, Missstände beseitigen zu wollen, die zu dieser Zeit aus meiner Sicht im künstlerisch-kulturellen Bereich der DDR auftraten.

Dass meine diesbezüglichen Aussagen, anders als von mir beabsichtigt, zum Schaden anderer ausgewertet und benutzt wurden, habe ich bisher nicht in Erfahrung bringen können, kann es aber auch nicht ausschließen.

Personen, die in ihren MfS-Akten Einträge von mir gefunden haben und sich und ihre Privatsphäre dadurch verletzt fühlten, habe ich, soweit sie sich an mich gewandt haben, um Verzeihung gebeten.

Mein damaliges Verhalten bedauere ich sehr, und bitte alle von mir Enttäuschten um Entschuldigung.

Helmut Maletzke

Greifswald, den 26.10.2010


Zum Tag der Deutschen Einheit (3)

3 Okt
saalfeld - täglich (1963)
 
ein zug fährt nach westen
und nach westen fahren die verwandten
von den leuten die noch winkend
auf dem bahnsteig stehn
 
und dann
die auf dem bahnsteig winkend standen
wenden sich mit tränen in den augen um und gehen
 
 
halle an der saale (1965)
 
wenn nachts das schwarze auto fährt
verstummt der hund
wo wird es halten
es fährt geräuschlos durch das dunkle land
und wo es hält
dort ist die angst
 
 
greifswald ende oktober (1982)
 
des jahres warme tage sind vorbei
es zieht durch fenster und aus rattenlöchern
der schimmelpilz gedeiht weil von den dächern
die mauer ihre feuchtigkeit bezieht
 
des jahres warme tage sind vorbei
wir trinken von dem wein der uns bemessen
und hoffen auf erinn'rung und vergessen
der schönen dinge die für uns geblüht
 
des jahres warme tage sind vorbei
es lieben mädchen uns obschon wir schwanken
und wir - wir sehnen uns uns stoßen an die schranken
der bilder dieser welt die gott behüt

Diepgen in Greifswald

24 Sep

Eberhard Diepgen (CDU), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Westberlin und Berlin, gastierte für die Konrad-Adenauer-Stiftung am Dienstagabend im Pommerschen Landesmuseum. Vor vollem Saal brillierte Diepgen rhetorisch in einstündiger Rede zum vorgegebenen Motto “Das unerwartete Glück! 20 Jahre deutsche Einheit“. Für ihn war‘s ein Heimspiel, wie ein Herr in Hinblick auf das Publikum richtig bemerkte. Das Diskutanten-Podium blieb dagegen recht blass, was die dort versammelten Herren vielleicht einer wenig geschickten Moderation zu verdanken hatten.

Diepgen nun deutete an, dass das „Glück“ des Mottos sich wohl eher auf die glücklichen Umstände, unter denen die deutsche Einheit zustande kam, beziehe, denn auf die folgenden zwanzig Jahre. Da, so räumte er ein, hätte es auch Enttäuschung gegeben. Recht hat er, denn wie sollte auch, so möchte man hinzufügen, ein so überschwängliches, rauschhaftes Glücksgefühl, wie es sich vieler bemächtigt hatte, zwanzig Jahre überdauern? Diepgen machte keinen Hehl daraus, dass er, enthoben der Bürde politischer Ämter, freier plaudern könne als andere, und so ließ er sich gern kleine Nadelstiche in Richtung des eigenen Lagers (Kanzlerin) entlocken. Aber er konnte auch den alten Haudegen geben. Und so setzte es Hiebe gegen ungenannte aber wohlbekannte „Ministerpräsidenten“, die, politisch inkorrekt, sich völlig unverständig weigern, die DDR einen „Unrechtsstaat“ zu nennen oder die von „Anschluss faseln“. Diepgen seinerseits ließ es sich nicht nehmen,  kreative Abweichungen korrekter  Geschichtsinterpretation zu präsentieren. So wollte er der Sache nach nicht von „friedlicher Revolution“ sprechen, sondern  eher von einer „freiheitlichen“, die in eine “nationale“ übergegangen sei. Nationale Revolution also!

Was, ganz nebenbei bemerkt, das alles mit Revolution überhaupt zu tun habe, wenn eine Nation wieder zusammenfindet, und ein Teil nach revolutionären „Abwegen“ auf den Pfad der Tugend zurückfindet, fragte sich wohl kaum einer der Anwesenden. Vielleicht ist es ja auch schöner, an einer Revolution teilgenommen zu haben, als an einer Konterrevolution. Ein wenig Unruhe kam erst auf, als Diepgen das Gebiet der Wirtschaft streifte und noncharlant bemerkte, die DDR habe „nur Schulden“ hinterlassen. Schulden, die immerhin so manchen reich machten, zu denen sich auch die Deutsche Bank zählen darf.

Insgesamt aber war die Veranstaltung recht kurzweilig. Hätte die Konrad-Adenauer-Stiftung noch „einen Wein“ spendiert, es wäre ein rundum gelungener Abend gewesen …

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