Zukunftsangst – made in USA?

16 Nov

Richard Sennett im Interview

Wir sollten nicht glauben, dass an europäischen Grenzen halt macht, was seit einiger Zeit schon die amerikanische Gesellschaft zerrüttet! Richard Sennett schildert in einem Le Monde-Interview  vom 3.11.2010, wie sich Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst in den Unter- und Mittelschichten verbreiten – genau bei den Menschen, die auf  Obama hofften und ihm zu seinem  Wahlsieg verholfen haben. Woran Obama  letztlich scheitern wird, ist das System. Solange noch Politiker „an der Macht“ sind, die unverdrossen an die Systemrelevanz des Finanzkapitals glauben und bereit sind, dessen global vernetzte Akteuere und Profiteure nach jedem gescheiterten Horrortrip zu retten, wird sich nichts zum Besseren wenden.

Die Tragik Obamas sollte uns vom hohen Ross des deutschen Wesens steigen lassen. Wir müssen begreifen, dass, was im Land der unbegrenzten Möglichkeiten klar auf der Hand liegt, bei uns schon längst begonnen hat…

Das Interview:

Welche Auswirkungen hat Arbeitslosigkeit auf die Wahlen in den USA?

Mit steigender Arbeitslosigkeit wählen die Leute immer mehr rechts. Arbeitslosigkeit nährt Nostalgieträume von der Vergangenheit sicherer Arbeitsplätze, nicht existierender Arbeitslosigkeit und nicht existierender Angst vor Arbeitsplatzverlust. Während früher qualifizierte Arbeitnehmer-Handarbeit fundierte berufliche Kompetenzen erforderte, die ein Selbstwertgefühl vermittelten, verschlechterte sich inzwischen die Qualität der Arbeitsplätze gravierend…“ Das ganze Interview lesen! gefunden bei Nachdenkseiten

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